Grillkohle Test 2015/2016

brennende GrillkohleDas Besondere am Grillen ist für die meisten Menschen das typische, rauchige Aroma – und das lässt sich eben nur durch Grillkohle erzielen. Mögen Gas- und Elektrogrills in der Handhabung auch unkomplizierter sein, geschmacklich erreichen sie keinesfalls das Niveau des Originals. Doch bei der verfeuerten Grillkohle bestehen durchaus Unterschiede in Beschaffenheit und Qualität. Außerdem haben Aspekte wie Feuchtigkeit und Lagerung Einfluss auf Brenneigenschaften. Was sollten Sie zum Thema Grillkohle wissen?

Was für Arten von Grillkohle gibt es?

Holzkohle im Test

Unter klassischer Grillkohle wird in der Regel Holzkohle verstanden. Dabei handelt es sich um verkohltes Holz, welches vergleichsweise schnell durchbrennt. Dadurch kann die Holzkohle bereits 25 Minuten nach den Entzünden bereits genutzt werden – für eine schnelle Grillrunde genau das Richtige. Die Temperatur erreicht dabei bis zu 700 Grad, was prinzipiell zwei Vorteile mit sich bringt: Zum einen wird dadurch eine geringere Menge benötigt, zum anderen können beispielsweise Steaks unter sehr hoher Temperatur sehr scharf angegrillt werden. Die hohe Temperatur kann aber auch Schwierigkeiten bereiten, weil die Emaille-Beschichtung einiger Grills Schaden nehmen kann. Vor allem günstige Holzkohle ist dabei häufig ungleichmäßig groß, wodurch sie sehr ungleichmäßig abbrennt. Überhaupt hat die Hitze schnell ein Ende: Nach maximal einer Stunde reicht die Temperatur zum Grillen nicht mehr aus.

Vor- und Nachteile von Holzkohle im Überblick:

+ lässt sich schnell entzünden
+ erreicht höhere Temperaturen
+ geringe Menge ausreichend

– Größenunterschiede
– brennt schnell ab

Grillbriketts im Test

Grillbriketts bestehen aus zunächst zerkleinerter und dann verpresster Kohle. Aufgrund der hohen Dichte weisen sie einen besonders hohen Energiegehalt auf. Diese Tatsache äußert sich in der besonders langen Brenndauer von bis zu drei Stunden. Für einen langen Grillabend, bei dem häufiger einmal nachgelegt werden soll, sind Briketts deshalb genau das Richtige. Dafür benötigen Grillbriketts auch länger, bis sie die nötige Temperatur erreicht haben: Hier kann durchaus ein Vorlauf von bis zu 50 Minuten notwendig werden. Profis behelfen sich mit einem Anzündkamin, der diese Zeitspanne auf 20 bis 30 Minuten reduzieren kann. Weiterhin ist die Temperatur nicht ganz so hoch wie jene von Holzkohle. Weil Briketts häufig aus Steinkohle hergestellt werden, fehlt zudem das rauchig-würzige Aroma klassischer Holzkohle. Aufgrund der maschinellen Herstellung gleicht ein Brikett dem anderen, weshalb auch ein gleichmäßiges Abbrennen garantiert werden kann.

Vor- und Nachteile von Grillbriketts im Überblick:

+ gleiche Größe
+ gleichmäßiges Abbrennen
+ lange Brenndauer

– weniger aromatisch
– geringere Hitze

Worauf beim Kauf von Grillkohle achten?

Norm kennzeichnet Schadstoff-Freiheit

Grundsätzlich sollte auf Qualität nach DIN EN 1860-2 geachtet werden. Dadurch wird sichergestellt, dass keine künstlichen Klebstoffe eingesetzt werden und die Grillkohle auch sonst frei von Schadstoffen ist.

Braunkohle-Briketts meiden

Üblicherweise handelt es sich auch bei Grillkohle-Briketts um Holzkohle. Bei besonders preiswerten Produkten ist aber Vorsicht geboten: Hier kann es sich um Braunkohle handeln. Abgesehen von der schlechten Entzündbarkeit ist hier auch ein Geruch typisch, der so gar nicht zu einem gemütlichen Grillabend passt.

Große Säcke kaufen

Der klassische Kohlekauf findet nicht selten an der Tankstelle im 3 kg-Sack statt. Empfehlenswerter sind aber 10 oder gar 15 kg-Säcke. In den größeren Säcken befinden sich weniger Bruchstücke und weniger Kohlestaub – der Anteil hochwertiger, großer Kohlestücke ist folglich größer.

Kein Tropenholz

Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa wurde die Produktion von Grillkohle in nennenswerter Menge eingestellt. Hauptherkunftsländer finden sich heute in Südamerika und Afrika. Nicht selten werden dafür aber Wälder gerodet, in Paraguay sind es allein 1000 Hektar Wald täglich. Aus diesem Grund sollten nur Produkte gekauft werden, die Tropenhölzer explizit ausschließen. Zur Sicherheit sollte hier auf das FSC-Logo geachtet werden.

Schwankende Qualität

Grill-Profis wissen: Auch die Qualität der besten Produkte kann sich von Charge zu Charge unterscheiden. Wurde Kohle erwischt, die bei geringer Rauchentwicklung schnell und geruchsarm durchbrennt, sollte sich davon ruhig ein kleiner Vorrat angeschafft werden.

Grillkohle Testberichte

Die Behandlung des Holzes, die verwendeten Bindemittel in Briketts – am Ende schlägt sich jeder Aspekt in der Qualität der Grillkohle nieder. Wir haben uns deshalb einige Tests gängiger Produkte angesehen. Die Stiftung Warentest hat sich dieses Themas bisher noch nicht angenommen. Ökotest hat hingegen in der Vergangenheit bereits umfangreiche Tests durchgeführt. Dabei wurde grundsätzlich festgestellt, dass alle Produkte grundsätzlich zum Grillen geeignet seien. Allerdings unterscheidet sich die Brenndauer zum Teil deutlich.

FAQ zur Grillkohle

Welche Grillkohle für Smoker?

Diese Frage kann nur individuell beantwortet werden: Für ein intensiv-rauchiges Aroma sollte Holzkohle gewählt werden, Briketts erzeugen hingegen einen milderen Geschmack. Viele Grillbriketts neigen nach dem Anzünden dazu, schwarz zu qualmen. Diese Phase muss beim Smoker natürlich sorgfältig abgewartet werden.

Wie lange ist Grillkohle haltbar?

Kohle ist bereits viele Millionen Jahre alt – da kommt es auf einige Monate mehr oder weniger nicht mehr an. Auf Holzkohle trifft das hohe Alter zwar nicht zwingend zu, aber auch hier gilt: Eine trockene Lagerung vorausgesetzt ist Kohle unbeschränkt haltbar.

Wie zünde ich Grillkohle an?

Das klassische Anzünden der Grillkohle gelingt mit Anzündern aller Art. Dabei ist es unerheblich, ob flüssiger Grillanzünder oder Stücke verwendet werden. Letztere sollten gleichmäßig verteilt unter die Kohle gemischt werden. Verzichtet werden sollte hingegen auf Pappe oder gar Papier: Der Brennwert ist gering, entsprechend oft muss nachgelegt werden. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass entflammte Pappe wegweht. Ebenso sollte auf Tannenzapfen, Zweige oder Holzstücke verzichtet werden, weil sich hierin Harz befinden kann. Das Harz kann beim Entzünden wiederum ein bitteres Aroma entwickeln, welches sich auf das Grillgut niederschlägt. Benzin und Petroleum sind hingegen tabu. Beim Verbrennen entstehe giftige Dämpfe, zudem ist der Einsatz gefährlich. Beim konventionellen Anzünden müssen Grillmeister natürlich berücksichtigen, dass bei der Verwendung von Grillbriketts fast eine ganze Stunde vergehen kann, bis das Grillgut den Weg auf das Rost findet.

Anzündkamin: Schnell und sicher

Erheblich beschleunigen lässt sich dieser Vorgang durch die Verwendung eines Anzündkamins. Dieser Kamin wird von oben durch die Grillkohle und von unten durch die Anzünder befüllt, womit sich der Kamineffekt zunutze gemacht wird. Auf diese Weise wird die Kohle besonders schnell von Sauerstoff umströmt, was das Feuer zusätzlich anfacht und die Durchbrennzeit erheblich verringert.

Mit Grillfön Sauerstoffzufuhr verbessern

Einen ähnlichen Effekt haben Grillföns, die die Sauerstoffzufuhr ebenfalls erheblich verbessern. Der Einsatz ist aber nicht ganz ungefährlich, weil sie leicht die Glut aufwirbeln. Eine Alternative für klassische Grills sind elektrische Grillanzünder, die unter die Grillkohle gelegt werden. Durch die Heizspirale wird das Durchbrennen beschleunigt. Wenn die Kohle oder die Brikett gleichmäßig glüht aber nicht brennt, kann das Grillgut aufgelegt werden.

Wie lagere ich Grillkohle am besten?

Aufgrund des Drecks den Grillkohle erzeugt, wird sie häufig in das Gartenhäuschen verbannt. Zum Überwintern ist das nicht die beste Wahl, denn Kohle ist hygroskopisch, zieht also Feuchtigkeit aus der Luft. Die üblichen Papiersäcke sind aber keinesfalls luftdicht, weshalb die Kohle am besten in einen Kunststoffbehälter mit Deckel umgefüllt werden sollte. Dadurch kann eine trockene Lagerung garantiert werden. Die Temperatur spielt dabei übrigens keine Rolle.